Margarete Schaller-Samuel, Stadt- und Zeitglockenturmführerin alias «Bärner Gritli», erzählt: 

Was ist Ihre Rolle in der Welterbestätte?
Seit bald zwei Dezennien bin ich in Bern unterwegs als Stadt- und Zeitglockenturmführerin für Bern Welcome und privat als 'Bärner Gritli', wo ich in die Rolle einer Magd von 1870 schlüpfe (gritli.ch).

Welcher Bezug besteht zu ihr?
In Bern bin ich geboren und aufgewachsen, das ist meine Heimat. Die Lauben (Arkaden), die Gassen und Plätze sind mir allesamt vertraut.

Welches ist Ihr Lieblingsort in der Welterbestätte? Haben Sie einen Geheimtipp?
Tja, da gibt es viele Orte, die ich besonders mag: Der Blick vom Rosengarten über die Stadt am frühen Morgen, wenn vielleicht noch ein mystisches Nebelchen über den Dächern liegt, oder der Blick am Abend, wenn der Himmel im Westen sich bühnenreif verfärbt. Ein Spaziergang über die Bundesterrasse ist immer ein Höhepunkt, mit der Aussicht ins Grüne, zur Museumsinsel, zum Freibad Marzili an der Aare, und oft bis hin zu den verschneiten Alpengipfel des Berner Oberlandes mit Eiger, Mönch und Jungfrau. (Für Daheimgebliebene lassen sich diese berauschenden Ausblicke nachempfinden auf den Webcams von Bern Welcome.) Absolut unumgänglich ist ein Besuch am Märit (Markt der Bauern) am Dienstag- und Samstagvormittag, wo man sich nicht nur zum Einkauf trifft, sondern auch zu einem kleinen Schwatz.

Wann ist die beste Besuchszeit und warum?
Frühjahr und Spätherbst sind für mich persönlich die bevorzugten Jahreszeiten, doch ist ein Besuch in Bern nicht zeitgebunden. Ich denke auch an die Adventszeit, wenn die Gassen stimmungsvoll geschmückt sind und die Weihnachtsmärkte locken.

Was kann man unternehmen? Welche Aktivitäten in der Welterbestätte empfehlen Sie besonders?
Wir in Bern gelten ja als besonders langsame Leute, was für mich keinesfalls eine Beleidigung sein kann. Ich mag es, gemütlich unter den Lauben zu schlendern, besonders in den Seitengassen oder unten an der Aare im Mattequartier. Wer sportliche Betätigung sucht, findet u.a. ein kostenloses Fitnessangebot: Benützen Sie alle Treppen, welche die oberen und unteren Stadtteile miteinander verbinden, Sie werden über tausend Stufen absolviert haben. Besonders empfehlenswert ist natürlich ein geführter Rundgang durch die Stadt, nicht nur für Gäste aus aller Welt, sondern auch für Einheimische. Ich freue mich auf Sie.

April 2020

Unser Welterbe