Renato Dotta, Ehrenpräsident des Vereins Spada nella Rocca, erzählt:

Wie würden Sie Ihre Rolle innerhalb des Welterbes beschreiben?
Die drei Burgen von Bellinzona befinden sich in einer wichtigen geographischen Lage mit Blick auf das Tessiner Tal, einem strategischen Tor zwischen der südlichen und der nördlichen Welt. Bereits aus der vorrömischen Zeit zeugen verschiedene Zeugnisse und Funde davon, dass der Ort Kaisern, Bischöfen, Grafen und Herzögen unterstand. Die Geschichte ist unser Spiegel, sie ist eine Fundgrube der Weisheit, aus der wir unsere Lehren ziehen können, und aus diesem Grund habe ich in Gestalt von Kaiser Friedrich I., bekannt als Barbarossa, zusammen mit dem Verein Spada nella Rocca die wichtige Aufgabe, diese Herrenhäuser aufzuwerten und die Jahrhunderte der Geschichte auf verschiedenen Wegen wiederzubeleben.

Welcher Bezug besteht zu ihr?
Ich hatte schon immer eine Leidenschaft für die Geschichte, insbesondere für deren Gebrauch, Sitten und Traditionen. Hier in Bellinzona haben wir das grosse Glück, drei Schlösser zu besitzen, die uns meiner Meinung nach die Möglichkeit geben, unsere Herkunft wieder zu erleben und der Öffentlichkeit unsere Herkunft mitzuteilen, wo unsere Vorfahren herkamen, was sie fanden, taten, lebten und uns verliessen. In der künftigen Erinnerung halte ich es für eine wichtige Aufgabe, die Geschichte entlang ihrer verschiedenen Entwicklungen in Erinnerung zu rufen.

Welches ist Ihr Lieblingsort in der Welterbestätte? Haben Sie einen Geheimtipp?
Alle drei Burgen haben aufgrund ihrer Lage und Konfiguration ihren eigenen besonderen Charme. Persönlich bleibt der Lieblingsort die Burg von Montebello, wo man bei Sonnenuntergang zwischen den alten Mauern und Innenhöfen noch den Charme des Mittelalters schmecken kann. Als Kaiser Friedrich I. Barbarossa bekräftige ich, dass es auch in den Schlössern von Bellinzona Geheimnisse gibt, die im Schatten der Geschichte bleiben müssen, ich erwähne nur, dass man, wenn man einem Feind sein Geheimnis nicht verraten will, es nicht einem Freund erzählen darf.

Wann ist die beste Besuchszeit und warum?
Die drei Burgen von Bellinzona können das ganze Jahr über besichtigt werden. Meiner Meinung nach ist die beste Zeit zweifellos der Frühling mit dem Sommer und dem Herbst, wo man, auch mit einem fachkundigen Führer, mehrere kulturhistorische Besichtigungen mit Lehrpfaden machen kann, die die Möglichkeit bieten, die Geschichte auch durch das historische Zentrum der Stadt Bellinzona und ihrer Umgebung kennen zu lernen. Natürlich gibt es im Frühling die große mittelalterliche historische Nachstellung während des ganzen Wochenendes.

Welche Aktivitäten in der Welterbestätte empfehlen Sie besonders?
Die Lage und Konfiguration der drei Schlösser bietet die Möglichkeit, verschiedene Aktivitäten durchzuführen, die von kulinarischen und weinkundlichen Veranstaltungen bis hin zu kulturellen Events wie Ausstellungen, Shows und Konzerten reichen. Persönlich empfehle ich dringend, an einem Wochenende das Leben, die Bräuche und mittelalterlichen Traditionen im Schatten der Herrenhäuser durch eine große historische Nachstellung wieder zu erleben. Sie besteht aus Lagern, mittelalterlichen Märkten, Turnieren von Rittern und Schwertkämpfern, mittelalterlichen Aufführungen mit Musikern, Gauklern und Historikern, die alle Besucher einbeziehen.

März 2020

Unser Welterbe