Im tiefsten Burgfrieden

Gestern Talsperre zu den Alpen, heute Welterbe: Die drei imposanten Burgen von Bellinzona gehören zu den bedeutendsten Zeugen der mittelalterlichen Befestigungsbaukunst. Sie wurden im Lauf der Jahrhunderte mehrfach wiederaufgebaut und vor kurzem restauriert – nun präsentieren sich die drei Burgen Castelgrande, Montebello und Sasso Corbaro in voller Pracht. Für die Römer bildete Bellinzona eine wichtige Verteidigungslinie. Weltkulturerbe seit 2000.



Geschichte

Kaiser Otto I. nahm im 10. Jahrhundert Bellinzona in Besitz. Der Ursprung der ersten, bis auf uns gekommenen Strukturen, geht auf diese Zeit zurück. Im 12. Jahrhundert entwickelte sich am östlichen Fusse des Felskopfes nach und nach der Borgo, die spätere Stadt. Wie Italien wurde auch Bellinzona in die Kämpfe zwischen kaisertreuen Gibellinen und den Welfen, den Anhängern des Papstes, verwickelt. Gegen 1300 wurde das zweite Schloss auf dem Montebello gebaut und in das Verteidigungssystem einbezogen. Die Visconti, Herren von Mailand, eroberten 1340 den Ort. Die Bedeutung Bellinzonas wuchs erneut im 15./16. Jahrhundert, als die herrschenden Mächte eine intensivere Territorialpolitik betrieben. Mailand, dessen Herrschaft unter den Sforza in Italien bekämpft wurde, verstärkte seine Grenze. Bellinzona bildete dabei den Riegel gegenüber dem Norden, zu dessen Befestigung zeitweise riesige Summen aufgewendet werden mussten, einerseits für die Verstärkung der Stadtmauer und der Murata, anderseits für den Bau des dritten Schlosses auf dem Sasso Corbaro. Nach dem politischen Sturz des Herzoges von Mailand unterstellte sich die Stadt im Jahre 1500 dem Schutze der Eidgenossen, und 1503 ratifizierte der französische König Ludwig XII., der wenige Jahre zuvor Mailand bezwungen hatte, die Abtretung Bellinzonas an die drei Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden.

Wussten Sie?

• Die Burg Sasso Corbaro wurde in nur 6 Monaten aufgebaut.
• In der Burg Montebello kann man selber «Salame» herstellen.

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