Seit Generationen gelebte Weinbaukultur

Bereits im 11. Jahrhundert wurden unter der Leitung von Mönchen an den steilen Hängen des Genfersees Weinberg-Terrassen angelegt. Seither haben Generationen von Weinbauern diese einzigartige Landschaft gehegt und gepflegt. Dabei nutzten sie stets den Reichtum der „drei Sonnen“: die Sonne selbst, ihre Strahlen, die der See reflektiert und die Wärme, die die Mauern der Weinberge speichern. Das Weingut erstreckt sich über 40 Kilometer und gehört zu einem der grössten Weinbaugebiete der Schweiz. Mit ihren 14 Dörfern widerspiegelt die Kulturlandschaft auf eindrückliche Art und Weise, wie sie sich dank des ausgewogenen Zusammenspiels von Bewohnern und Umwelt entwickeln konnte. Weltkulturerbe seit 2007.



Geschichte

Der Abhang von Lavaux ist das Resultat des Rhonegletschers, der bei seiner grössten Ausdehnung vor ca. 25'000 Jahren bis nach Lyon reichte und bei seinem Rückzug nicht nur den See hinterliess, sondern auch die Moränen, die den fruchtbaren Boden der hügligen Ränder des Lémans abgeben. Wo Gletscher sich zurückbilden, erobert nach und nach die Vegetation den Platz zurück. Bis vor gut 2'000 Jahren bedeckten Büsche und Wälder, durchschnitten von Bächen, die eilig dem See zuliefen, die Abhänge des Gebiets. Einzelne Waldzungen auf der Krete, wo sich die Wasserscheide zwischen Nordsee und Mittelmeer befindet, erinnern noch heute an diese Zeit. Spätestens zu Beginn des römischen Kaiserreiches wurde Lavaux aber nicht nur für den schnelle Verbindungsweg zwischen Italien, Gallien und dem westlichen Germanien genutzt, sondern die Römer begannen auch wegen des milden Klimas Reben zu pflanzen. Es waren schliesslich Benediktiner- und Zisterziensermönche, die im 12. Jahrhundert die ersten Weinbergterrassen errichteten, von denen bis heute mehr als 10'000 abgelegt wurden. Eine langwierige, mühsame Arbeit, die dem Sprichwort der benediktinischen Geduld alle Ehre erweist. Das köstliche Getränk dieser Mühsal diente natürlich nicht nur für die Messe. Der Wein wurde so sehr geschätzt, dass die Einnahmen für den Fürstbischof von Lausanne reichlich flossen. Ein Viertel seiner Einkünfte des Jahres 1397 stammte aus Lavaux.

Mit der Eroberung der Waadt durch die Berner im Jahre 1536 und der Einführung der Reformation änderten zwar die Besitzer, doch erwies sich die Weinkultur als stärker. Dasselbe galt beim Zusammenbruch der bernischen Herrschaft und der Entstehung des Kantons Waadt im Jahre 1803.

Wussten Sie?

• Aneinandergereiht würden die Steinmauern der Rebberge des Lavaux von Bern nach Frankfurt reichen (400km).
• Die Königsrebsorte der Region ist der Chasselas, ein Wein, der reich an fruchtigen und trockenen Aromen ist.
• Einige Weinbauernfamilien bewirtschaften ihre Güter seit über 20 Generationen

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                 Lavaux