Ein Meer der Erinnerungen

Zwischen den südlichen Armen des Luganersees erhebt sich der Monte San Giorgio. Neben der prächtigen Aussicht auf die Seenlandschaft öffnet der 1097m hohe Berg das Fenster zur Urzeit. In seinem Inneren lagern 240 Millionen Jahre alte Fossilien. Wo einst ein Meeresbecken mit verschiedenen Reptilien, Fischen und Pflanzen lag, erhob sich mit der Entstehung der Alpen der Monte San Giorgio. Seit 150 Jahren werden hier perfekt erhaltene Fossilien gefunden und erforscht. Die Region gehört zu den besten Zeugen des Meereslebens der Trias-Zeit. Einblicke in diese längst ausgestorbene Welt gewährt das vom Architekten Mario Botta umgebaute Fossilienmuseum in Meride. Weltnaturerbe seit 2003 (2010 Erweiterung).



Geschichte

Können uns die Funde vom Monte San Giorgio mit ihrer Evolutionsgeschichte daher Aufschluss geben, woher diese Lebewesen kamen? Wenn wir die Entwicklung seiner Arten zurückverfolgen, kommen wir auf die ursprünglichen Formen, die mit Fossilien anderer Fundorte verglichen werden können. Die neueste Forschung geht davon aus, dass die marinen Lebewesen der Trias ihren Ursprung m südlichen China, in der Provinz Guizhou, haben, wo sich reiche Ablagerungen von Wirbeltieren finden. Beim Vergleich mit anderen Fundstellen mariner Tiere der Trias wie im Tibet, im Iran oder in der Türkei darf man annehmen, dass diese Lebewesen mit der Meeresströmung vom heutigen China her westwärts bis ins erwähnte Meeresbecken gelangten. Im Unterschied zu den Ablagerungen von Guizhou, welche bisher nur eine relativ geringe Vielfalt von Fischen und Reptilien offenbarten, belegen die Schichten des Monte San Giorgio, dass es hier zu einer wahren Explosion der Formen von Lebewesen kam.

Wussten Sie?

• Das kleinste Fossil, das von den Paläontologen des Monte San Giorgio präpariert wurde, ist die Spore einer Pflanze mit einem Durchmesser von 0,03 mm.

• Dank virtueller und erweiterter Realität ist es möglich, in das triassische Meer einzutauchen und die Tiere der damaligen Zeit zu bewundern.

• Vor 240 Millionen Jahren war die heutige Region um den Luganersee von einem subtropischen Meer umgeben.

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