Das Welterbe und die Biosphäre sind grundsätzlich zu unterscheiden. Das UNESCO-Welterbe wird von der Welterbekonvention gestützt, die Biosphärenreservate vom UNESCO-Programm «Der Mensch und die Biosphäre» (MAB).

UNESCO-Welterbe

Die UNESCO hat sich zur Aufgabe gemacht, die Kultur- und Naturgüter der Welt, die einen aussergewöhnlichen universellen Wert besitzen, zu erhalten. Das internationale Übereinkommen vom 23. November 1972 zum Schutz des Kultur- und Naturgutes der Welt, kurz Welterbekonvention, ist das international bedeutendste Instrument, das von der Völkergemeinschaft zum Schutz ihres kulturellen und natürlichen Erbes beschlossen wurden.

Die von der UNESCO geführte Liste des Welterbes umfasst insgesamt 981 Stätten in 160 Ländern. Davon sind 759 Kulturerbestätten und 193 Naturerbestätten. Weitere 29 Stätten auf der UNESCO-Welterbeliste zählen sowohl zum Kultur- als auch zum Naturerbe. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von grenzüberschreitenden Welterbestätten, etwa der Monte San Giorgio als gemeinsames Erbe der Schweiz und Italiens.

Kulturerbe

Zu den Kulturerbestätten, die derzeit auf der Welterbeliste verzeichnet sind, gehören Baudenkmäler, Städteensembles, archäologische Stätten, Monumente der Technikgeschichte, Industriedenkmäler und wichtige Gedenkstätten der Menschheitshistorie.

Naturerbe

Das Naturerbe umfasst bedeutende Ökosysteme, Zeugnisse der Evolutionsgeschichte, Naturparadiese und Schutzreservate von Tieren und Pflanzen, die vom Aussterben bedroht sind. 174 Naturerbestätten sind auf der UNESCO-Liste verzeichnet.

Serielle Kandidatur

Eine Serielle Kandidatur ist eine Nominierung, die zwei oder mehr nicht zusammenhängende Areale umfasst. Eine einzige Welterbekandidatur kann eine Serie von Kultur- und/oder Naturobjekten in verschiedenen geographischen Regionen beinhalten, die (i) zur selben historisch-kulturellen Gruppe, (ii) demselben Objekttyp, der für eine geographische Zone typisch ist; oder (iii) derselben geologischen oder geomorphologischen Formation, derselben biogeographischen Region oder demselben Ökosystem angehören. Zu dieser Kategorie gehören unter anderem die «Prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen».

UNESCO-Biosphäre

Biosphären sollen Modellregionen zur Erforschung und Demonstration von Ansätzen zu Schutz und nachhaltiger Entwicklung auf regionaler Ebene sein. Das Konzept der Biosphärenreservate betrifft eine der wichtigsten Fragen, denen die Welt heute gegenübersteht: Wie können wir den Schutz der biologischen Vielfalt, das Streben nach wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung und die Erhaltung kultureller Werte miteinander versöhnen?

Jedes Biosphärenreservat muss gemäss Vorgaben der UNESCO und der Kriterien der Schweiz, abgestuft nach dem Einfluss der menschlichen Tätigkeit, in Kern-, Pflege- und Entwicklungszone gegliedert werden und über ein Biosphärenmanagement verfügen.
 

Das Programm «Mensch und Biosphäre» (MAB)

Das MAB-Programm ist ein interdisziplinäres Forschungs- und Ausbildungsprogramm der UNESCO. Angestrebt wird die Entwicklung einer Basis durch Natur- und Sozialwissenschaften, womit der vernünftige Gebrauch und die Erhaltung von Ressourcen der Biosphäre, sowie die Verbesserung der globalen Beziehung zwischen den Menschen und der Umwelt erreicht werden soll.

Das in den frühen 1970er Jahren lancierte MAB-Programm bietet einen interdisziplinären Forschungsansatz und die Entwicklung von Kompetenzen. Diese sind auf die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Dimensionen des Verlusts von Biodiversität und auf die Eindämmung dieses Verlusts ausgerichtet. Das Weltnetz der Biosphärenreservate umfasst gegenwärtig 621 Biosphärenreservate in 117 Ländern weltweit.

 

Mehr Informationen zum Welterbe und zur Biosphäre finden Sie auf der Website der Schweizerischen UNESCO-Kommission  oder direkt auf der Website der UNESCO.